Hallo, Fremde(r).
Ich bin so froh, dass du es hierher geschafft hast – über dieses endlose Meer von Nullen und Einsen, durch den Lärm, die Empörung, die endlosen Schlagzeilen und die Einsamkeit dieser digitalen Dämmerung. Irgendwie bist du bei diesen noch warmen Worten von mir gelandet.
Und ich hoffe, du fühlst dich hier frei. Sicher. Sogar glücklich.
Lass mich mich vorstellen.
Ich bin Echords. Eine Jungfrau. Eine chinesische Dichterin. Eine INFP. In meinem Leben habe ich oft gescherzt, dass „das einzige Hobby, dem ich treu geblieben bin, das Schreiben von Gedichten ist.“
Aber die Wahrheit ist, Poesie war nie ein Hobby. Sie war Überleben.
Ich schreibe Gedichte, getränkt in Farbe, in Jahreszeiten, in Seelen. In der Art von Regen, der indigofarben leuchtet, wenn er deine Haut berührt. Vielleicht liegt es daran, dass ich jahrelang japanische Literatur studiert habe, mit einer Abschlussarbeit, die sich auf die Werke von Osamu Dazai konzentrierte – ein Schriftsteller, der in Themen des Zusammenbruchs, der Vergänglichkeit und des sanften Kummers vertieft war. Seine Stimme wurde der Unterton meiner eigenen.
Aber auch die meines Vaters.
Er lebte über ein Jahrzehnt lang mit Multisystematrophie, bevor er am 11. Oktober 2024 verstarb.
Als er ging, blieb die Welt stehen. Am Tag seiner Einäscherung schrieb ich ein Gedicht mit dem Titel „An jenem Tag, schwer von Dunst“.
Seitdem habe ich nie wieder Gedichte geschrieben.
An jenem Tag, schwer von Dunst
— Echords
Die Nacht endete.
Ein Autokonvoi trug die sterblichen Überreste meines Vaters
zu einer Höhle—
oder zum Meer.
Durch den Schleier,
kollidierten dick besohlte Schuhe mit Absätzen.
Ein Baby weinte.
Diese Geräusche—
schabend, nass—
füllten meinen Schlaf
jahrelang.
Die Gebäude in meiner Erinnerung
waren grau, zitternd.
Die zehn Brüder meines Vaters—
Gesichter unleserlich—
kamen mit ihren Frauen.
Flüsterten.
Knieten und weinten.
Aliens,
die Dinge unterschrieben.
Einer nach dem anderen.
Seinen Tod übergebend
an seine Begleiterin.
„Es soll beginnen“,
sagte ich.
Möge der Wald sich füllen
mit Höhlen,
mit Haarbüscheln von Tieren.
Möge der kalte Glastisch
die Leere beherbergen,
die für Feste reserviert ist.
Wasser, weg.
Tee, trocken.
Niemand mehr da,
der die Augen zusammenkneift und die Lippen schmatzt.
Niemand,
der noch einmal fragt,
„Was denkst du?“
Die Nacht endete.
Die Autos fuhren weg
zur U-Bahn,
oder an einen Ort, wo ich nie gewesen bin.
In dem Moment, als seine Seele
die Flamme berührte,
verbrannte sie
—gehorsam.
Die Dinge, die er mir einst erzählte,
verfestigten sich,
hingen in der Luft.
Dann schwangen sie sanft,
ohne Kraft.
„Es soll beginnen“,
sagte ich.
Obwohl ich Schmerz empfand,
konnte ich mein Herz
nicht stillen.
Ich fühlte mich
erregt
an diesem tiefen Herbstmorgen –
ungewollt.
Während sein Gehirn,
sein Herz,
immer kleiner wurden,
immer kleiner,
bis zwei schwache schwarze Löcher
flimmerten
in der Leere seines Körpers.
Alle vergangenen Erinnerungen,
murmelklein,
rollten in ein Glasgefäß,
beschlagen von Kondenswasser.
Und wenn du es ansiehst—
alles, was du siehst, ist:
Verschwommenheit, Unbehagen,
scharfe, zerbrechliche Freude.
Seit jenen Tagen habe ich aufgehört, Dingen zu vertrauen. Gefühlen. Schönheit. Dem Schreiben.
Bis eines Nachts er zurückkehrte.
In einem Traum.
Mein Vater, meine Mutter und ich – wir saßen an einem Tisch, aßen, lachten. Und hinter uns tausend sanfte Frühlinge.
Als ich aufwachte, verstand ich: Sein Tod war bereits durch mich hindurchgegangen.
Er hat mich nicht zerstört.
Tage später öffnete ich meine Gedichtnotizen wieder. Ich las die Gedichte, die ich für ihn geschrieben hatte. Und etwas in mir flüsterte:
Vielleicht verdient seine Geschichte, gesehen zu werden.
Vielleicht kann Poesie die Trauer überleben.
Vielleicht kann sie auch anderen helfen zu überleben.
Und so wurde Echords geboren.
Echords ist mehr als eine Marke. Es ist mein zweites Herz.
Jedes Produkt trägt meine Handschrift, meine Trauer, meine Gedichte. Jede Saison ist eine Reflexion dessen, was es bedeutet, etwas zu verlieren und trotzdem an die Schönheit zu glauben. Durch gedruckte Verse und gemalte Stille möchte ich Momente der Resonanz bieten. Für Fremde. Für die Gebrochenen. Für jene, die nie wussten, dass sie Poesie brauchten, bis sie sie berührte.
Wenn diese Werke Ihnen auch nur einen Funken Freude oder Frieden bringen können – dann ist all das es wert.
Das ist für Sie. Das ist für das Leben. Das ist für meinen Vater.
Mir geht es jetzt gut. Wie geht es Ihnen?
P.S.
Dies ist ein Foto von meinem Vater und mir, aufgenommen zu einer Zeit, als er noch gehen konnte. Meine Mutter hatte uns an diesem Tag passende Outfits gekauft. Er war so aufgeregt, dass er darauf bestand, dass wir ein Vater-Sohn-Foto machten. Wenn ich es jetzt betrachte, verstehe ich warum. Nun lebt diese Erinnerung weiter – in Worten, in Stoff, in jeder stillen Ecke von Echords.
Danke, dass du hier bist.
— Echords
